„Um an die erfolgreichen Zeiten vor der Krise anknüpfen zu können –
vor allem bei der Integration von Arbeitslosen in den Arbeitsmarkt –,
darf die staatliche Regulierung alter Manier nicht wieder Einzug
halten, so wie es Die Linke komplett vorhat und es in Teilen im
Programm von Bündnis 90/Die Grünen und der SPD anklingt. Hier
kritisieren wir vor allem die Pläne, den Kundeneinsatz von
Zeitarbeitnehmern wieder zeitlich zu begrenzen, Zeitpersonal in den
Einsatzfirmen zu quotieren oder erneut zu verbieten, dass ein
Arbeitsverhältnis auf die Dauer eines Einsatzes beschränkt sein kann.
Dagegen erwarten wir von der künftigen Bundesregierung, unsere Branche
weiter zu entfesseln und weitere Wirtschaftsbereiche für die Zeitarbeit
zu öffnen.
Es liegt auf der Hand, dass wir die Pläne der Linken
am vehementesten ablehnen, aber auch die Grünen und in Teilen das
SPD-Programm würden die Axt an die Zeitarbeit anlegen. Die Linken
verkennen die positive Funktion von Zeitarbeit und würden letztlich den
Arbeitnehmern schaden. Das Gleiche gilt auch für das Vorhaben „Equal
Pay“ (Linke, Grüne, SPD), das Zeitarbeit nach deutschen Regeln derart
verteuern würde, dass sie nicht mehr nachgefragt wird. Wollte man
tatsächlich ein Equal Pay vergleichbar mit anderen europäischen Ländern
einführen, wäre das auch ein immenser Nachteil für die Beschäftigten in
der Zeitarbeit. Nichteinsatzzeiten, Krankheits- und Urlaubsansprüche,
Weiterbildungszeiten etc. gäbe es dann nicht mehr, der Mitarbeiter
würde nur noch für tatsächlich gearbeitete Stunden bezahlt werden.
Ohne
eine Wahlempfehlung abzugeben – der BZA muss da selbstverständlich
neutral sein –, sehen wir unsere grundsätzlichen Interessen am besten
bei den Parteien aufgehoben, die in ihren Wahlprogrammen keine erneute
Beschränkung der Zeitarbeit vorsehen. Einzig beim für uns wichtigen
Thema Mindestlohn haben wir noch konträre Ansichten, die allerdings
angesichts der Öffnung des osteuropäischen Arbeitsmarktes 2011 ganz neu
diskutiert werden müssen.
Erfreulich ist bei den beiden
bürgerlichen Parteien auch der positive und konstruktive Grundton zu
unserer Branche mit einer echten Entwicklungsperspektive für die
Zeitarbeit – während es sich bei Rot/Rot/Grün eher nach einer Duldung
anhört.
Die BZA-Forderungen in Kürze
- Tariflichen Mindestlohn in der Zeitarbeit einführen
- Zeitarbeit in allen Wirtschaftsbereichen zulassen – auch im Bauhauptgewerbe und im Werkverkehr
- Keine Rolle rückwärts bei Regulierung
- Eigenständigkeit der Zeitarbeitsbranche anerkennen
- Keine Spezialgesetze für die Zeitarbeit
- Überführung einzelner Bestimmungen des Arbeitnehmerüberlassungsgesetzes (AÜG) in bestehende Gesetze
- Der Begriff „Zeitarbeit“ muss den diskriminierenden und sachlich falschen Begriff „Leiharbeit“ ersetzen





