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Wie alles begann …
Randstad feiert 2008 sein 40-jähriges „Deutschland-Jubiläum“. 1968 in Düsseldorf gegründet, ist Randstad heute der Marktführer in Deutschland. Vom Büro in der Telefonzelle bis zum E-Commerce gab es viele Veränderungen in den vergangenen vier Jahrzehnten.

40 Jahre Randstd Deutschland

 

Die Zeitarbeit wurde, wie so Vieles, im Land der unbegrenzten Möglichkeiten – ­Amerika erfunden. Zwei Anwälte aus Milwaukee suchten händeringend Ersatz für eine Sekretärin. Dabei merkten die beiden, dass es in vielen Firmen Engpässe beim Personal gab – die Lösung: Zeitlich befris­tete Überlassung von Arbeitskräften. Die Idee war geboren. Sie gründeten das erste Zeitar­beits­unternehmen – man schrieb das Jahr 1948.

 

Fahrrad und Telefonzelle
Kundenbesuche mit dem Fahrrad und Telefonate von einer Telefon­zelle aus. 1960 eröffnete Frits Goldschmeding das „Uitzendbureau Amstelveen“ in Amsterdam. Er und sein Studienfreund gründeten die Firma noch während ihres Wirtschaftsstudiums und betrieben sie von Gold­schme­dings Küchentisch aus. Ausgestattet mit einem Fahrrad, ihrem Knowhow und eini­gen Flyern, die Werbung für ihr Unterneh­men machen sollten, machten sie ihre ers­ten Schritte auf dem Gebiet der Zeit­arbeit. Der Radius, in dem die beiden agierten, war gerade mal so groß, dass man alle Kunden bequem mit dem Fahrrad erreichen konnte. Telefonate erledigten die beiden von einer Telefon­zelle aus. Ihr ers­ter Auftrag kam vom Automobil­konzern FIAT, der eine zweisprachige Sekretärin suchte. Der erste Zeitarbeitnehmer war erfolgreich ver­mittelt. Ende des Jahres 1960 verzeichneten die Geschäftspartner einen Umsatz von neun Gulden – umgerechnet ca. zwei Euro.

 

Nach einigen Jahren war die Firma so erfolgreich, dass das Büro in die nächste größere Stadt zog, Rotterdam. Es wurde beschlossen, den Namen „Uitzendbureau Amstelveen“ in „Uitzendbureau Rand­stad“ umzuändern. Dabei ist Randstad die Bezeichnung für das Ballungs­gebiet Rotterdam, Amsterdam, Utrecht und Den Haag. Im Jahr 1966 wurde erstmals über ein Randstad Logo diskutiert. Unter­neh­mensgründer Frits Goldschmeding stell­te sich ein einfaches, rundes Symbol vor – weil rund sympathisch und freundlich ist.


Weil es aber schon so viele simple Symbole gab, wurde für das Wort „Randstad“ eine spezielle stilisierte Buchstaben­variante ausgesucht. Der Anfangsbuchstabe „R“ wurde als Kleinbuchstabe für das Logo verwendet. Das Hinzufügen des gespiegel­ten kleinen „Rs“ gab dem Logo jedoch erst die richtige „Ausgewogenheit“ und visuali­siert bis heute, dass Randstad ein Bindeglied zwischen Zeitarbeitnehmer und Kunden­unternehmen ist. Eine weitere positive Assoziation soll dadurch ausgelöst werden, dass man in dem Logo jemanden sieht, der einen mit offenen Armen willkommen heißt.


Nachdem die „junge kontaktfreudige Dame“ gefunden ist, wird die Frankfurter Niederlassung am 1. Dezember 1968 eröffnet. Und die neue Kollegin ist hoch motiviert. Noch vor Weihnachten ist im Raum Frankfurt ein gutes Dutzend überbetrieblicher Mitarbeiter im Einsatz.Zeitarbeit in den Kinderschuhen
Im Jahr 1962 wird das erste Zeitarbeits­büro in Deutschland eröffnet. Es dauert aber noch bis zum Jahr 1968 bis zur ersten Randstad Niederlassung. Am 1. Juni 1968 soll es los­gehen. Die Stadt Düsseldorf ist auser­koren, das erste Büro von Randstad in Deutsch­land zu beherbergen. Das gelingt aber nicht ohne Komplikationen. Werner Then, langjähriger Geschäftsführer bei Rand­stad, macht sich damals, man könn­te sagen als Pionier, auf nach Deutschland. Als er am ersten Arbeitstag seinen Dienst antreten will, traut er seinen Augen kaum: Im ganzen Büro gibt es weder Möbel noch Tele­fonanschlüsse und die erste und einzige Disponentin war nicht zum Dienst erschienen.

 

So musste Werner Then beim Start des Unternehmens tief in die Trick­kiste greifen. Er mietete einen Telefonplatz im Düsseldorfer Postamt, fungierte als Buch­halter, Disponent und Akquisiteur. Mit einer Disponentin aus Holland wurde dann die erste Randstad Niederlassung mit etwas Verspätung im November eröff­net. Im Dezember folgte die zweite in Frank­furt. Vier Jahre später griff der Gesetz­­ge­ber in den Handlungsspielraum der Zeitarbeit ein und verabschiedete das Arbeitnehmer­überlassungsgesetz, um Zeitarbeitneh­mern einen sozialen Mindestschutz zu gewährleisten. Die maximale Überlassungsdauer wurde auf drei Monate festgelegt.



 

Zeitarbeit ist 1968 ein kompliziertes Thema, das der Öffentlichkeit noch lange fremd bleiben wird. Aber Werner Then versucht sein Möglichstes, die Visionen von Randstad verständlich an die Presse weiterzugeben. Im Zuge dieser Pressekonferenz wird auch die erste Tarifliste veröffentlicht.Mehr Raum zum Atmen
In den folgenden Jahren wurde den Zeitarbeitsfirmen immer mehr Handlungsfrei­heit eingeräumt. Die maximale ­zulässige Einsatz­dauer wurde schrittweise ­erhöht. Nach dem Fall der Mauer wurde im Jahr 1995 die erste Randstad Niederlassung in den ­neuen Bundesländern eröffnet. Im Jahr 1997 kämpft sich die Randstad Zeitarbeit an die Spitze und wird mit rund 184 Mil­lio­nen Euro Umsatz deutscher Markt­­führer. Im selben Jahr bekam das Unter­nehmen ein ISO Zertifikat, was dem Un­ter­nehmen einen hervorragenden Quali­täts­standard zusprach. 1998 wird der Interessenverband Deutscher Zeitarbeits­unternehmen (IGZ) gegründet.

 

Im Jahr 2000 gab es schließlich über 2.000 Niederlassungen in 14 Ländern. In diesem Jahr fusionierten die beiden Unter­nehmen Randstad Zeitarbeit und Time Power zu Randstad Deutschland. 2004 sorg­te das geänderte Arbeitnehmerüberlassungsgesetz für frischen Wind in der Zeitarbeitsbranche – außerdem ging ­damit auch ein positiver Imagewandel einher. Ab sofort entfielen zeitliche Beschränkung der Überlassungsdauer, das Wiedereinstel­lungsverbot und das Synchronisationsver­bot. Die Löhne der Zeitarbeitnehmer ­re­geln seitdem flächendeckende Tarifverträge.


Zeit der Zusammenschlüsse
Im Jahr 2006 übernimmt Randstad die Unternehmen der Bindan Gruppe und schärft damit sein Leistungsprofil in ­Deutschland im Bereich höher qualifizierter Zeitarbeit­neh­mer. Im Jahr 2007 folgen das Zeit­ar­beits­­unternehmen Team BS, das die Bran­chen Pharmazie, Chemie, Konsumgüter und Auto­motive zum Schwerpunkt hat. ­Vedior wurde in diesem Jahr eingegliedert, ein Unternehmen, das auf Fach- und Führungskräfte spezialisiert ist.


Randstad Gründer Frits Goldschmeding heute.Die Zukunft
Randstad steht national an der Spitze – weltweit nimmt das Unternehmen den zwei­ten Platz ein. Rund 530 Niederlassun­gen in über 300 Städten hat Randstad im Bundesgebiet. Im Jahre 2007 erwirtschafteten über 2.000 interne Mitarbeiter sowie rund 60.000 überbetriebliche Mitarbeiter einen Umsatz von 1,62 Mrd. Euro. Zeitarbeit hat sich über die Jahrzehnte zu einer anerkannten Arbeitsform entwickelt und sich als gutes Instrument zur Planung in Unternehmen etabliert. Trotzdem ­ruhen die Mitarbeiter von Randstad sich nicht auf ihren Lorbeeren aus. In den nächsten Jahren steht vor allem das Feld der höher qualifizierten Zeitarbeitnehmer im Fokus des Unternehmens.

 

Fotos: Jörg Kubitza, Christian Protte, Randstad

2008-11

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