1,7 Millionen Mitglieder zählt zum Beispiel die Karrierecommunity XING. Im virtuellen Business Club sind Nutzer aus 190 Ländern vertreten, der überwiegende Teil aus Deutschland. Immerhin sechs Prozent der Einwohner Münchens gehören zur Community. Nicht selten bieten Online-Netzwerke auch Zusatznutzen, der über das eigentliche Networking hinausreicht.
Das Portal Successity macht seinen Usern zum Beispiel das Angebot, sich kostenpflichtig per E-Mail coachen zu lassen. In so genannten Erfolgsteams treffen sich Mitglieder außerdem in einem virtuellen Raum der Plattform, um sich gegenseitig bei der Erreichung ihrer Ziele zu unterstützen. Auch der Charity-Gedanke lebt: Aus dem Netzwerk heraus werden gemeinnützige Projekte unterstützt. „Wir wollen nicht nur eine coole Business-Plattform sein, sondern auch die soziale Komponente einfließen lassen“, betont Gründerin Kirsten Mennenga. Zu den derzeit rund 1.400 Netzwerk-Mitgliedern zählen mehrheitlich Selbstständige.
Social Networking-Seiten als Recruiting-Werkzeug?
Ein Viertel der Entscheider hat Kandidaten schon aufgrund von im Netz entdeckten, persönlichen Informationen zurückgewiesen. Social Networking-Seiten wie Facebook, MySpace und Xing bergen eine Quelle an Informationen, die für die Auswahl von Bewerbern interessant sind. Allerdings sollten Unternehmen sicherstellen, dass sie diese Seiten verantwortlich und vor allem legal nutzen. Bei der Fülle an persönlichen Informationen, die das Internet bietet, ist die Versuchung für Recruiter groß, potenzielle Mitarbeiter im Netz auf Herz und Nieren zu prüfen.
Nur wer die engsten Sicherheitseinstellungen nutzt, kann sich davor schützen, Informationen über den vorigen oder aktuellen Arbeitgeber, Hobbys oder die peinlichen Partybilder vom letzten Wochenende, einer Öffentlichkeit preiszugeben, die als potenzieller Arbeitgeber in Frage kommt. Die Tatsache, dass derartige Informationen häufig frei verfügbar sind, bedeutet allerdings nicht, dass Arbeitgeber diese auch uneingeschränkt nutzen dürfen. Viele Unternehmen brechen unwissentlich Datenschutzgesetze, weil sie vom Profilinhaber nicht berechtigt werden, seine im Internet verfügbaren Informationen zu verwenden. Dass nachlässige Einstellungen der Privatsphäre Recruitern Zugriff auf diese Informationen gewährt haben, ist dabei nebensächlich. Sobald Entscheidungen aufgrund von nicht aktiv freigegebenen Informationen getroffen werden, wird der Datenschutz berührt und das Unternehmen bewegt sich in einer rechtlichen Grauzone.
Die Macht von Netzwerken nutzen
Wie können sich Unternehmen nun die unbestrittene Macht von Netzwerken legal und verantwortlich zu Nutze machen? Lassen Sie die sozialen Netzwerke für sich arbeiten. Einige Unternehmen nutzen Social Networking-Seiten bereits im Recruiting-Prozess, zum Beispiel um Kandidaten auf sich aufmerksam zu machen oder ihnen eine Möglichkeit zur Kontaktaufnahme zu bieten. So gründen einige Unternehmen Gruppen in Facebook oder XING für Alumni, Absolventen oder Praktikanten, die zukünftig oder aktuell Interesse an einer Tätigkeit im Unternehmen haben. Innerhalb dieser Gruppen können Kandidaten dann durch Blogs oder Foren auf Stellenangebote aufmerksam gemacht werden. Darüber hinaus wird die Kommunikation mit den Kandidaten verbessert. So können sich Bewerber online mit Mitarbeitern des Wunscharbeitgebers austauschen und sich so vorab ein besseres Bild vom neuen Job und dem Unternehmen machen.
Populäre Online-Portale
XING
Der Schwerpunkt von XING liegt klar auf Beruf und Karriere. Das zeigt schon die Profilmaske, die man als Neuling ausfüllt: „Berufserfahrung“, „Ausbildung“, „Was suche ich“ und „Was biete ich“ heißen die Formularfelder. Auch in den Foren geht es überwiegend um Praktika, Ausbildung und Themen wie „Marketing und Wirtschaft“. Im Gegensatz zu anderen sozialen Netzwerken, die vor allem bei Jugendlichen sehr beliebt sind, liegt das Durchschnittsalter bei XING deutlich höher. So dürfen auch nur volljährige User mitmachen.
www.xing.com
StudiVZ
Wie der Name schon sagt, richtet sich StudiVZ vor allem an Studenten in ganz Deutschland. Wer sein Profil anlegt, muss zumindest verraten, an welcher Hochschule er studiert. Da das aber nicht geprüft wird, kann jeder bei StudiVZ mitmachen – egal, ob man eine Uni schon einmal von innen gesehen hat oder nicht. Wer möchte, kann neben seinem Geburtstag, seiner Adresse und Telefonnummer auch angeben, wie man politisch gesinnt ist, welche Musik man hört, wo und was man arbeitet und ob man auf der Suche nach Lerngruppen, netten Leuten oder vielleicht sogar mehr ist. Natürlich kann jeder StudiVZler auch ein Foto von sich hochladen.
www.studivz.net
facebook
Das deutsche facebook-Netzwerk zählt derzeit gut 388.000 Mitglieder. Doch sollte man facebook nicht als regionales oder nationales, sondern als globales Netzwerk betrachten. Selbst wenn man auf facebook.de unterwegs ist, finden sich immer wieder Gruppen oder Mitglieder aus anderen Ländern, hauptsächlich aus den USA. Vor allem junge User bauen so ein weltumspannendes Netz auf.
www.facebook.com
Lokalisten
Vor allem bei jungen Surfern ist Lokalisten.de sehr beliebt. Hier gilt es in erster Linie, den Freundeskreis in der eigenen Stadt auszubauen und zu zeigen, was man in der Freizeit macht. Doch viele ältere User tummeln sich ebenfalls im Netzwerk, denn auch hier gilt: Wer einmal dabei ist, bleibt auch dabei.
www.lokalisten.de
Foto: XING AG





