
„Das Internet wird zum neuen Leitmedium“, ist Gundula Pabst, Projectmanagerin Social Media bei Randstad, überzeugt. „Wir können es uns nicht erlauben, dabei nicht mitzumachen.“ Denn über Themen wie Zeitarbeit und die Unternehmen der Branche werde im Web 2.0 ohnehin intensiv diskutiert. Da müsse der Marktführer Flagge zeigen. „Wir wollen die sozialen Netzwerke nutzen und dort Plattformen für alle Menschen anbieten, die sich für unser Unternehmen interessieren“, sagt auch Stephan Johland, Projectmanager Internet & Social Media.
Deshalb habe man Mitte 2009 analysiert, was für das Unternehmen auf diesem Gebiet sinnvoll ist. „Nach Absprache mit allen Abteilungen war klar, dass wir zuerst die Alumni, also ehemalige Mitarbeiter, ansprechen wollen“, erinnert sich Johland. Denn diese haben einen direkten Bezug zu Randstad. Zudem sind viele von ihnen inzwischen auf Kundenseite tätig, was das bestehende Netzwerk verbessern kann. Als geeignete Social Media-Plattform wurde zunächst das Business-Netzwerk XING ausgewählt, das im deutschsprachigen Raum 3,7 Millionen Mitglieder zählt.
Randstad hat dort eine Gruppe eingerichtet,die Inhalte werden von den mittlerweile 600 Mitgliedern selbst bestimmt. „Das reicht von aktuellen Trends der Branche über Weiterbildungsthemen bis zu Tipps für Wochenendausflüge – bunt gemischt zwischen Beruflichem und Privatem, so wie wir uns das erhofft hatten“, freut sich Johland. Dazu kommt auf XING seit Jahresbeginn ein Unternehmensprofil, das im Corporate Design gestaltet ist. Hier werden regelmäßig interessante Updates eingestellt, die die Abonnenten kurz und übersichtlich über News und Wissenswertes informieren. „Ein solches Profil können wir selbst mit Informationen füllen und steuern und durch die Multiplikatoren-Effekte zusätzliche Personenkreise ansprechen“, begründet der Projectmanager den nächsten Schritt.
Nach den ersten Diskussionen über einen strategischen Social Media-Plan vor rund zehn Monaten begann Randstad mit der zielgerichteten Umsetzung. „Bevor wir mit unseren Auftritten an die Öffentlichkeit gegangen sind, haben wir sie erst einmal in kleinerem Kreis in einem Pilotprojekt auf ihre Resonanz getestet“, berichtet Gundula Pabst. Das war bei der XING-Gruppe so, beim eigenen Kanal auf der Videoplattform YouTube und auch bei den Accounts für den Kurznachrichtendienst Twitter. Dort informiert Randstad seit dem Frühjahr Interessierte schnell und übersichtlich über aktuelle Jobs und Neuigkeiten aus der Arbeitswelt. Arbeitssuchende können sich alle Stellenangebote der Randstad Jobbörse bundesweit anzeigen lassen oder aber zwischen separaten Job-Accounts einzelner Städte und Tätigkeitsfelder wählen. So für Hamburg, Frankfurt, Köln, München oder Berlin und Stellen aus den Bereichen Logistik, Assistenz, Büro, Handwerk, Helfer, Teilzeit und CallCenter.
Auch im weltgrößten sozialen Netzwerk Facebook ist Randstad Mitte Juni mit einer Firmenseite online gegangen. „Da sich Facebook auf private Netzwerke fokussiert, erreichen wir hier eine andere Zielgruppe als beispielsweise auf XING. Dementsprechend müssen auch die Inhalte ausgewählt und angepasst werden. Auf Facebook bieten wir unseren Fans interessante Stellenangebote aus unserer Online-Jobbörse, Gewinnspiele, Umfragen und aktuelle News“, erläutert die Projectmanagerin. Passend zur WM gab es zum Beispiel das Spiel „Elfmeterschießen“ mit attraktiven Gewinnmöglichkeiten.
Facebook mit seinen inzwischen neun Millionen Mitgliedern in Deutschland ist weltweit das am schnellsten wachsende soziale Netzwerk. „Daran wollen wir teilhaben und gute Kontakte gewinnen. Es führt heute für ein Unternehmen wie uns kein Weg mehr daran vorbei“, unterstreicht Gundula Pabst.
Klassische Rekrutierungswege reichten für bestimmte Qualifikationen längst nicht mehr aus, und die Online-Plattformen seien inzwischen ein wichtiger Kanal, um potenzielle Bewerber anzusprechen. Employer Branding über Social Media biete im „Kampf um die Talente“ eine Chance, die es zu nutzen gelte. Dazu soll künftig auch ein eigener Blog beitragen, an dessen Realisierung gerade gearbeitet wird.
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