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Talentmanagement hat oberste Priorität
Im Augenblick setzen erfolgreiche Unternehmen vor allem auf zwei Dinge: Mitarbeiterbindung und Motivation.

Recruiting, das Anwerben von Beschäftigten, hat in konjunkturell angespannten Zeiten nicht die oberste Priorität bei Arbeitgebern. Unternehmen setzen vielmehr darauf, die vorhandene Belegschaft an sich zu binden und zu motivieren. Das ergab eine europäische Benchmarkstudie des international tätigen CRF-Institute mit Sitz in Düsseldorf. Die Marktforscher ermitteln jährlich die „TOP-Arbeitgeber“ in Deutschland und untersuchen dabei auch Arbeits- und Karrierebedingungen, Jobsicherheit und Unternehmenskultur. In der aktuellen Studie wurden 300 Unternehmen aus neun europäischen Ländern befragt.

Dabei konnten die Firmen ihre fünf Prioritäten im Bereich der Personalpolitik aus insgesamt 14 Kategorien auswählen. In Deutschland landeten auf den ersten fünf Plätzen: „Talentmanagement“, „Weiterbildung und Entwicklung“, „Personalwerbung/Recruiting“ vor „Führungskräfteentwicklung“ und „Mitarbeitermotivation“. Etwas in den Hintergrund getreten sind dagegen in den vergangenen Monaten Aktivitäten im Bereich von „Work-Life-Balance“, „Diversity“ und Maßnahmen zur Reduzierung kritischer Auswirkungen des demographischen Wandels.

„Das CRF-Institute ist davon überzeugt, dass ein modernes HR-Management mit entsprechenden Angeboten für die Beschäftigten eine noch stärkere Bedeutung für die erfolgreiche Bindung und Gewinnung von Mitarbeitern erhält“, so Thorsten Jacoby, International Publishing Manager bei CRF. Deshalb spielten Work-Life-Programme oder das Thema „Diversity“ auf Dauer durchaus eine wichtige Rolle, auch wenn sie aktuell etwas ins Hintertreffen geraten seien. „Wir beobachten europaweit, dass Unternehmen sehr überlegt auf wirtschaftliche schwierige Zeiten reagieren“, so Jacoby. Die Benchmarkstudie habe gezeigt, dass erfolgreiche Arbeitgeber sich unter anderem dadurch auszeichnen, dass sie auch in der Konjunkturflaute „auf eine nachhaltige Personalführung setzen, um den langfristigen Unternehmenserfolg zu sichern.“

Insgesamt durchaus optimistisch blicken die Unternehmen in die Zukunft, wenn es um den weiteren Aufbau der Mitarbeiterzahlen geht: Mehr als die Hälfte geht davon aus, dass sich die Zahlen weiter erhöhen werden. Rund 40 Prozent erwarten, dass die Belegschaft ungefähr in der gleichen Größenordnung bleiben wird. Und nur rund sieben Prozent rechnen mit einem Personalrückgang in den kommenden drei Jahren. Mit dieser Prognose liegt Deutschland sogar noch über dem internationalen Durchschnitt: Optimistischer sind laut der Studie nur Arbeitgeber aus Großbritannien, der Schweiz und Polen. Eher pessimistisch sind dagegen die befragten Firmen in Frankreich, Spanien und Italien. Insgesamt gesehen deckt sich deren Einschätzung aber auch mit den gesamtwirtschaftlichen Rahmendaten der jeweiligen Länder.

2010-07

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