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Rechtstipp: Rechtlich sicher agieren

Rechtlich sicher agierenVermeidung der Scheinselbstständigkeit von beschäftigten Freelancern bzw. freien Mitarbeitern
Ein Ingenieurbüro arbeitet außer mit den fest angestellten Mitarbeitern auch mit selbstständigen Ingenieuren und freien Mitarbeitern zusammen. Eine davon ist Frau Gerlach. Sie hatte nach einem Umzug aus privaten Gründen keine Anstellung mehr bekommen und sich daraufhin selbständig gemacht. Zuerst arbeitete sie für verschiedene Ingenieurbüros, nunmehr aber seit drei Jahren je nach Auftragslage von Projekt zu Projekt, immer mit zeitlichen kurzen Lücken in diesem Ingenieurbüro. Der Eigentümer des Ingenieurbüros, Herr Ahlers, möchte seinen Personalbestand nicht aufstocken. Er hat bereits 21 Mitarbeiter. Ihn treibt die Sorge um, bei eventuellen Auftragseinbrüchen Personal kündigen zu müssen, daher möchte er keine weiteren Einstellungen vornehmen. Im Falle von Frau Gerlach hat er aber bereits große Bedenken, dass es sich hierbei um eine Scheinselbstständigkeit handelt, da er seit langem der einzige Auftraggeber von Frau Gerlach ist. Um diesen Problem aus dem Weg zu gehen, hat er sich letzten Monat entschlossen, Frau Gerlach über Randstad als Zeitarbeitnehmerin einzusetzen. Sie erhielt einen 20-Stunden Vertrag. Mehrstunden gehen in ein Zeitkonto. Auftragslücken werden durch das Zeitkonto ausgeglichen. Damit hat sie ein stetiges Einkommen, mit dem sie monatlich rechnen kann. Sie ist kranken- und rentenversichert über den Arbeitgeber Randstad.


Erweiterung von Dienstleistungen
Ein Kundenunternehmen von Randstad ist spezialisiert auf den Verleih von Gabelstaplern. Als zusätzliche Leistung möchte das Unternehmen seinen eigenen Kunden bei Bedarf den Gabelstaplerfahrer gleich mitüberlassen. Mit Randstad wurde eine Zusammenarbeit vereinbart. Wenn der Kunde, der den Gabelstapler ausleiht, einen Staplerfahrer benötigt, kann er diesen gleich anfodern. Randstad erhält dann die Anforderung zentral und sucht über seine mehr als 400 Niederlassungen in Deutschland einen Staplerfahrer, der möglichst in der Nähe des Einsatzortes wohnt. Damit konnte unser Kunde sein Angebot deutlich attraktiver gestalten.


Umstrukturierungen im Unternehmen
Ein Krankenhaus wollte den Service für die Patienten deutlich erhöhen. Es ging um Servicedienstleistungen, wie zum Beispiel bestimmte Getränkewünsche entgegennehmen, kleine Servicewünsche erfüllen etc.; das heißt, Dienstleistungen außerhalb des eigentlichen Pflegebereichs. Gleichzeitig wurden die Kostenstrukturen für innerbetriebliche Dienstleistungen, wie Verbandsmaterial auffüllen etc., überdacht.


Das Resultat war die Idee, einen Versuch zu starten, diesen sechs Monate laufen zu lassen und dann auszuwerten. Alle Dienstleistungen in der Station, die bisher von Pflegekräften miterledigt wurden und keine Pflegedienstleistungen im eigentlichen Sinne waren, wurden aufgelistet und der Stundenaufwand geschätzt. Für die geschätzten neun Stunden pro Tag wurden Hotelfachfrauen als Zeitarbeitnemerinnen über Randstad eingesetzt, die sieben Tage pro Woche abdeckten. Nach zwei, vier und sechs Monaten wurde der Versuch ausgewertet. Es gab jedes Mal Veränderungen am Zeitmodell und an den Aufgabenteilungen. Nach sechs Monaten und der Endauswertung entschloss man sich, eine derartige Aufgabenteilung zwischen Pflege kräften und Hotelfachfrauen weiterzubetreiben, aus Kosten-, aber auch aus Servicegründen.

 

Foto: Marcus Kiok/Panther Media GmbH

2008-07

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