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Editorial
In der Wirtschaft sind Unternehmenszusam­men­schlüsse an der Tagesordnung. Auch ich habe schon mehr als eine Fusion erlebt und begleitet. Nun möchte man meinen, dass es dafür „das Patentrezept“ gibt, das es möglich macht, Hürden leichter zu überwinden oder diese gar aus dem Weg räumt.

Dr. Heide-Lore KnofDas mag für statische Prozesse auch so gelten – zum Beispiel gesetzliche Rahmenbedingungen, die einzuhalten sind, IT-Systeme, die zusammengeführt werden und einiges mehr. Das sind alles abwäg- und berechenbare Komponenten.

 

Wenn jedoch der Faktor Mensch in die Gleichung mit aufgenommen wird, hat man es erst mal mit einer Unbekannten zu tun, die es sensibel zu behandeln gilt. Sich noch fremde Menschen werden oft über Nacht Kollegen und müssen sich möglichst schnell in neuen Teams zurechtfinden. Was ist jedoch mit der gelebten und verinnerlichten Unternehmenskultur, die von heute auf morgen nicht mehr gelten soll – beispielsweise die vorher von der Geschäftsleitung bewusst gewollte Kaffeepause zum wichtigen Austausch unter Kollegen, die im neu aufgestellten Unternehmen nicht gern gesehen wird? Wenn es um Menschen mit persönlichen Beziehungen geht, gibt es kein Patentrezept. Es müssen individuelle Handlungsweisen erarbeitet
werden, um der Komponente Mensch – dem Herzstück eines erfolgreichen Unternehmens – gerecht zu werden.

Einen Gastbeitrag zu den Basics zum rechtlichen Hintergrund bei Fusionen finden Sie hier.

Dr. Heide-Lore Knof,
Managing Director Human Resources,
Social Affairs & Corporate Development

 

Foto: Randstad

2008-07

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